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Qualitätssicherung für das FreD-Konzept

Die LWL-Koordinationsstelle Sucht, als Trägerin des Bundesmodellprojektes FreD und des EU-Projektes FreD goes net, fühlt sich der Sicherung einer hohen Qualität beim weiteren Transfer des FreD-Ansatzes verpflichtet.

Zu diesem Zweck wurden mehrere Angebote entwickelt, die Interessierten bei der Umsetzung konkreter FreD-Angebote helfen sollen:

Die FreD-Qualitätsleitlinien

FreD ist ein erfolgreiches Konzept. Damit möglichst viele Institutionen und Jugendliche davon profitieren können, wurden Qualitätsleitlinien definiert, die Grundsätze des Ansatzes beschreiben.

Das FreD-Konzept

  • FreD ist ein Gruppenangebot für Jugendliche und junge Erwachsene. Die Kernzielgruppe sind junge Menschen von 14 bis 21 Jahren; das Programm ist erweiterbar auf 13- bis 25-Jährige.
     
  • Es basiert auf folgendem präventiven Handlungsansatz: Eine junge konsumierende Person von illegalen Drogen oder Alkohol wird auffällig und erhält dann das Angebot einer gesundheitsbezogene Intervention. FreD ist also kein universelles Präventionsangebot für eine Gruppe oder Klasse.
     
  • FreD ist eine Frühhintervention und richtet sich an junge Menschen. Meist sind es erstauffällige Suchtmittelkonsumenten, die bislang wenig oder keinen Kontakt zum professionellen Hilfesystem hatten.
     
  • FreD ist ein Kooperationsprojekt. Der Träger des  FreD-Angebots arbeitet eng zusammen mit den Institutionen, die die auffällig gewordenen Jugendlichen vermitteln.

In den Trainerausbildungen werden den Teilnehmenden unter anderen auch verschiedene Moderationstechniken vermittelt. (Bildnachweis: Thorsten Arendt, Münster)

Der FreD-Kurs

  • Der FreD-Kurs umfasst ein Vorgespräch („Intake“) und eine achtstündige Gruppenveranstaltung, die in Anpassung an die regionale Situation in zwei bis vier Einheiten aufgeteilt ist.
     
  • Das übergeordnete Ziel der FreD-Kurse ist die Vorbeugung einer Abhängigkeit. Dazu sollen die Kursteilnehmer:innen ihr Konsumverhalten unter Bewusstmachung der eigenen Schutzfaktoren kritisch reflektieren.
     
  • Der FreD-Kurs vermittelt Wissen zu Wirkung und Risiken der unterschiedlichen Rauschmittel,
     
  • informiert über rechtliche Aspekte,
     
  • motiviert die Jugendlichen dazu, das eigene Konsummuster sowie die Konsummotive zu reflektieren,
     
  • gibt praktische Tipps, um den Konsum einzuschränken oder zu beenden,
     
  • informiert über andere Beratungs- und Hilfsangebote in der Region.
     
  • Möglichst zwei erfahrene Fachkräfte (davon eine mit Zertifikat) setzen die Kurse praktisch um. Ihr Umgang mit den Teilnehmenden berücksichtigt die Grundsätze des Motivational Interviewings.

Ausbildung: Zertifizierte FreD-Trainer:innen

Die Qualität der FreD-Kurse hängt wesentlich von den Kursleiter*innen ab. Sie sollen schließlich in den Kursen ein kooperatives Klima schaffen und nach den Grundsätzen des Motivational Interviewing arbeiten.

Die LWL-Koordinationsstelle Sucht hat zur Qualitätssicherung eine fünftägige Zertifikatsausbildung zum FreD-Trainer:in entwickelt. Angestrebt wird, dass mindestens einer der Kursleiter:innen eine solche Ausbildung absolviert haben sollte.

Die Ausbildung zertifizierter FreD-Trainer*innen gehört zum Qualitätssicherungskonzept. (Bildnachweis: Thorsten Arendt, Münster)

Mit dem Zertifikat

  • weisen die Trainer*innen ihre Kompetenz zur Leitung von FreD-Kursen nach.
  • begründen die FreD-Träger in Gesprächen mit den relevanten Partnern um die Finanzierung der Projekte die Qualität des Programms.
  • erhalten die Absolvierenden der Ausbildung exklusiv das FreD-Handbuch -den Leitfaden für die Implementierung eines FreD-Angebotes vor Ort.

     

Inhalte der Trainerausbildung

In der Zertifikatsausbildung erhalten die FreD-Teilnehmer*innen Informationen zu Struktur und Ablauf des FreD-Programms, zu rechtlichen Fragen und zum Aufbau von Kooperationsstrukturen vor Ort. Intensive Einblicke gibt es in die methodischen Grundlagen, vor allem das „Motivational Interviewing“. Detailliert besprochen wird des weiteren die konkrete Durchführung der FreD-Intervention auf der Basis des FreD-Handbuches - von der ersten Kontaktaufnahme des erstauffälligen Konsumenten über das Intake-Gespräch bis zum Kurs.

Gerade der Aufbau der Kooperationsstrukturen und die Kursleitung stellen besondere Ansprüche an die FreD-Trainer*innen. In der Kommunikation mit so verschiedenen Akteuren wie Polizei, Justiz, Schulen oder Arbeitgebern müssen jeweils unterschiedliche Ansichten und Motive berücksichtigt werden.

Im Umgang mit den Jugendlichen müssen die Kursleiter*innen einerseits deren Sprache und Lebenswelt verstehen, andererseits aber ihr fundiertes theoretisches Wissen angemessen einbringen können - alles mit dem Ziel, die Jugendlichen zur Selbstreflexion ihres Konsumverhaltens zu motivieren.